Nachdem die Jungtiere ihren Kopf aus den Eiern stecken, dauert es meist noch bis zu 3 Tage bevor sie endgültig das Ei verlassen. In dieser Zeit nehmen die Jungtiere die restlichen Nährstoffe aus dem Dottersack auf bevor sich die Nabelschnur löst. Beim Schlupf haben sie dann in der Regel ein Gewicht von ca.5 bis 10 Gramm. Die Aufzucht erfolgt am besten in kleinen Behältnissen, wir benutzen für unsere Jungtiere ein Schlangenrack welches über einen Thermostat beheizt wird. Es sollten dieselben Bedingungen gegeben sein wie auch bei den Elterntieren. Das heißt eine Versteckmöglichkeit, eine Wasserschale und Substrat zum Graben. Es gibt zwar Züchter die ihre Jungtiere ein paar Grad wärmer halten als die adulten Tiere, wir machen aber bei den Tempereraturen keine Unterschiede.

Kurz nach dem Schlupf häuten sich die Jungtiere bereits zum ersten Mal. Ein paar Tage nach der ersten Häutung kann man bereits versuchen die Kleinen zu füttern und mit etwas Glück gehen sie beim ersten Versuch schon ans Futter. Bei vielen Schlüpflingen dauert es aber 3-4 Versuche bevor sie eine kleine Babymaus als Futter akzeptieren. Zwar gehen die meisten Jungtiere gut ans Futter, da sie sich aber in der Natur eher von Fröschen etc. ernähren würden kann es auch sein, dass sie Mäuse gar nicht als Futter erkennen und einfach nicht fressen wollen. Aber keine Panik, wenn die Jungtiere nicht auf Anhieb fressen. Hier gibt es ein paar Tricks, um solche Futterverweigerer zum Fressen zu bringen. Zuerst versuchen wir es mit Geduld und stellen die Kleinen mit ihrem Futter in einem kleinen Behälter, z.B. Heimchendose über Nacht an einen ruhigen und dunklen Ort.

Bei manchen Problemfällen hat es sich auch bewährt, die Wasserschale einige Tage vorher zu entfernen und den Pinky bei der Fütterung mit frischem Wasser zu befeuchten. Kommen wir damit nicht zum Erfolg, schneiden wir den Schädel des Pinky ein damit Gehirnflüssigkeit austritt, dieser Duft überzeugt dann doch einige Futterverweigerer. Hilft auch das nicht, sollte man versuchen den Kleinen etwas anderes anzubieten oder den Pinky damit zu "verwittern"...das heißt einreiben, damit er den Geruch annimmt. Hier gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, es kommt immer auf das Tier an welcher Duft denn jetzt bevorzugt wird. Versuchen kann man es mit Thunfisch, Stinte, Forelle, Hänchenfleisch, Katzenfutter etc. Führt all dies nicht zum Erfolg, kann man als letztes Mittel Frosch versuchen.

Da Frösche in der Natur von Anfang an zu ihrem natürlichen Nahrungsspektrum zählen, ist diese Methode wahrscheinlich am erfolgversprechendsten. Allerdings wird kaum jemand Frösche zuhause haben und im nächsten Supermarkt findet man wahrscheinlich auch keine. Wenn schlussendlich gar nichts funktioniert und das Jungtier langsam auch anfängt Gewicht zu verlieren sollte man über eine Zwangsfütterung, auch "Stopfen" genannt, nachdenken. Dies sollte allerdings nur von erfahrenen Schlangenhaltern getan werden, da die Verletzungsgefahr hier sehr hoch ist und es etwas Erfahrung bedarf ein Schlangenbaby mit eventuell nur noch 4 Gramm zu stopfen. Nachdem es dann mit dem Fressen auf die eine oder andere Weise geklappt hat und die Kleinen gut an Gewicht zugenommen haben, sollte man versuchen die Tierchen langsam wieder zu "entwöhnen" und ohne Futter-Hilfsmittel zu füttern. Ist dies geschafft, wird man mit der weiteren Aufzucht von Heterodon Nasicus viel Spass haben.

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zuletzt aktualisiert am 14.01.2020